HOME I RECORDINGS I ARTISTS I PRESS I CONTACT I SHOP
...................................................................................................
SCHUBERT/MOZART
KML 1117

------- ENGLISH -------

NEW YORK TIMES ONLINE
December 2008
ALBUM OF THE YEAR

The French duo-pianists Katia and Marielle Labèque, now based in Italy and running their own eclectic record label, play Mozart’s Sonata for Two Pianos (K. 448) with elegance and vitality. And in Schubert’s “Andantino Varié” (D. 823) their gestures and timbres are so closely matched that they sound like a single player.

Allan Kozinn

http://www.nytimes.com/2008/11/28/arts/music/28reco.html?_r=2&em


THE NEW YORK TIMES
June 2008

French duo pianists Katia and Marielle Labèque were known for their preference for 20th-century works and for a powerhouse performance style that often left audiences divided: listeners found them either harshly aggressive or just what the doctor ordered.

More recently they have moved to Rome, built a recording studio and started their own record label, which has issued their own recordings and a few avant-garde pop discs. They have also considerably retooled their sound and interpretive approach, or at least rebalanced them. In this new collection of Schubert and Mozart works, their playing is as vital as ever, but the bright glare that was once a signature of their sound has given way to greater subtlety, even delicacy.

Schubert’s Fantasy in F minor (D. 940) begins in a bittersweet whisper, and even in its most agitated sections the Labèques temper their energy with elegance and polish. In Schubert’s Andantino Varié in B minor (D. 823) they match their timbres and gestures so exactly that they sound like a single pianist.

But the heart of this recording is the Mozart’s Sonata for Two Pianos in D (K. 448), particularly its Andante.
[...] brisk tempo and crisp articulation add an enlivening physicality and playfulness as a counterweight to the movement’s darkly ruminative passages. And given the ebullience of the work’s finale, that seems about right.

Allan Kozinn


HMV Choice of the month
April 2008


GRAMOPHONE
March 2008

"Editor's Choice"


INDEPENDENT ON SUNDAY
23 December 2007

“the Labèque sisters’ recording of Schubert’s Fantasy in F minor balances dramatic sweep with exquisite detailing…graceful and intelligent performance [of Mozart’s Sonata in D].

Anna Picard


MIDWEST RECORD
March 2008

Those four hands enthrall once again as the dazzling sisters make classical music accessible for anyone by the sheer fire and drama of their playing. Making the most of a few works specifically written for four hands, this intimate recording is the next best thing to being there. A sizzling work that leaps from the bytes, this is clearly a contender for one of the best classical recordings of the year. Killer work throughout by some of music’s best standard bearers.

www.midwestrecord.com

www.myspace.com/midwestrecord

Chris Spector


------- DEUTSCHE -------

KLASSIK.COM
21 February 2008

Interpretation: 4/5
Klangqualität: 3/5
Repertoirewert: 4/5
Booklet: 3/5

Das Schwesternpaar Katia und Marielle Labèque kann auf eine bis dahin glanzvolle Karriere im Konzertleben zurückblicken. Ebenso wohlverdient ist ihr Ansehen, das sie mit exzellenten Einspielungen über mehrere Jahre hinweg erreichten. Nun legen sie im eigenen Label eine CD vor, die vielleicht als Gipfelpunkt ihrer interpretatorischen Bemühungen um bekannteres und nicht so bekanntes Repertoire (ihre letzte Einspielung widmete sich Werken von Strawinsky und Debussy, die nicht zu den Gassenhauern gehören). Vielleicht mag die so unmittelbare, persönliche und sehr bewegende Wirkung dieser hier vorgestellten Interpretationen von Werken Schuberts und Mozarts zu tun haben mit der Widmung dieser Produktion dem Andenken ihres Vaters – wie auch immer: Die Labèque-Schwestern legen damit ein Album vor, das nicht nur musikalisch auf höchstem Niveau angesiedelt ist, sondern gleichzeitig in seiner Werkzusammenstellung ganz neue, unerwartete Perspektiven zu öffnen vermag.

Interpretatorisches Rätsel

Schuberts ‘Fantasie’ in f-Moll D 940 für Klavier zu vier Händen entwirft entgegen allen Konventionen vierhändiger Klaviermusik als unterhaltende Hausmusik im bürgerlichen Wohnzimmer ein Stimmungspanorama, das ihr einen besonderen Platz in der Gattungsgeschichte sicherte. Ohne Zweifel handelt es sich um ein großartiges Werk, das emotionale Tiefen bis ins Letzte auslotet. Aber was machen Katia und Marielle Labèque so anders, dass sich hier eine Wirkung von ungeheuerer Sogkraft entfalten kann. Es bleibt ein Rätsel. Denn von außen betrachtet scheint an ihrem Zugang zuerst aufzufallen, was sie alles nicht machen: Sie nehmen die f-Moll-Fantasie nicht als Sprungbrett für einen gefühlsdusseligen Trübnisexzess mit extremen Temposchwankungen, viel verschmierendem Pedal und gleichsam didaktischen Herausstellungen besonders wichtiger Passagen, Motive, Harmonien. Nein, hier ergibt sich Expressivität scheinbar ganz von alleine. Ohne Überbetonung, doch mit winzigen interpretatorischen Mitteln entfalten Katia und Marielle Labèque eine Tiefe an Ausdruck, der ansonsten oft unter einer Deckschicht interpretatorischen Wollens begraben wird – und sich damit in sentimentaler Seichtigkeit erschöpft statt jene tiefe Wirkung zeitigen zu können, die sich hier einzustellen vermag.

Das fängt schon mit der Phrasierung des Eingangsthemas an, das sich hier auf bezaubernd leichte und flüssige Weise fortzupflanzen scheint, kaum aufgehalten durch Tempodrosselungen. Ohne mit Problemen der Abstimmung kämpfen zu müssen, die anderen Duo-Formationen gerade bei diesem Stück hörenswerte Anstrengungen abverlangen, ergibt sich bei den Labèques ein ganz natürlicher Fluss, in dem große Bögen und lang angelegte Steigerungswellen eine weiträumige Wirkung schaffen. Dabei wahren die beiden Pianistinnen stets eine natürliche Balance, die den kontrapunktischer Verdichtung etwa im ‘Allegro vivace’ bestens bekommt.

Nachzittern und Umwertung

Das folgende ‘Andantino varié’ in h-Moll D 823 wirkt nach dieser in seiner ungeschönten Wucht unter die Haut gehenden Ausdruckstiefe wie ein flackerndes Nachzittern. Die weitaus ruhigere Stimmungswelt bekommt hier eine im Gegensatz zu dem vorhergehenden übermächtigen Schatten etwas ausgelaugte Note, die das Variationenwerk intim und seiner kompositorischen Höhe angemessen wirken lässt; es muss sich nicht messen mit dem großen Bruder, sondern kann in seiner kleineren Dimension genauso überzeugen.

Überraschende Züge dagegen bekommt die Sonate für zwei Klaviere D-Dur KV 448 von Wolfgang Amadeus Mozart, die in solcher Nachbarschaft viel dunkler wirkt als sie eigentlich ist oder zumindest sein könnte. In solcher Zusammenstellung wirkt der auf Schubert folgende Mozart wie von dem Jüngeren mit einem Rückstrahler in ganz neues Licht getaucht. Man nimmt an diesem ebenso meisterlich interpretierten Stück viel mehr die verhangenen Stimmungen wahr. Dass solches möglich ist, verdankt sich zum einen der technischen Meisterschaft der beiden Labèques, ihren interpretatorischen Fähigkeiten und nicht zuletzt ihrem Gespür für sinnfällige Werkzusammenstellungen. – Eine Platte, die sorgsamer nicht disponiert sein könnte, im Musikalisch-Interpretatorischen, im Programm und nicht zuletzt in der technischen Umsetzung, die dem Klavierklang den nötigen Raum bietet, um etwa die Dichte im letzten Abschnitt der f-Moll-Fantasie optimal zur Geltung bringen zu können.

Kritik von Tobias Pfleger


DIE ZEIT
17 January 2008
Im Meer der Hoffnungslosigkeit

Unter dem Dielenboden im bürgerlichen Salon lauert ein Abgrund: Katia und Marielle Labèque spielen Schubert und Mozart zu vier Händen.

Vierhändige Klaviermusik des 19. Jahrhunderts wirft in der Regel keine großen Schatten: Harmlose Gebrauchsmusik war sie zumeist, gedacht für höhere Töchter und die beschauliche Atmosphäre des biedermeierlichen Salons. Was immer den schönen Schein des bürgerlichen Lebensglücks trüben mochte, die Hausmusik gehörte in der Regel nicht dazu. Franz Schuberts späte, ein halbes Jahr vor seinem Tod vollendete, f-moll-Fantasie für Klavier zu vier Händen wirkt in diesem behaglichen Umfeld wie eine Drohung. Sollte Schubert das Stück für den Salon komponiert haben, dann lauert unter dessen Dielenboden ein Abgrund. Alfred Brendel entdeckte seelische Katastrophen in den drei gleichfalls im Todesjahr 1828 entstandenen Klaviersonaten, er schrieb von der »Panik der Ausweglosigkeit« in der c-moll-Sonate und den »fiebernden Heimsuchungen des Grauens«, die das Andantino der A-Dur-Sonate einschwärzen.

Ähnlich ließe sich über die Fantasie reden. Vom ersten Takt an kreist dieses wahnwitzige Stück in einem Meer der Hoffnungslosigkeit, und nach jeder der raren Dur-Aufhellungen versinkt es tiefer darin. Die Widmung an die ehemalige Schülerin Caroline Esterházy, in die Schubert sich Jahre zuvor hoffnungslos verliebt hatte, verrät nichts Gutes. Auch dass die ersten Takte an Barbarinas Cavatine über die verlorene Nadel »L’ho perduta« aus Mozarts Figaro erinnern, ist kaum ein Zufall. Man mag sich noch so vehement dagegen wehren, die biografische Situation eines Künstlers für die Deutung seiner Musik heranzuziehen, aber die f-moll-Fantasie erzählt tatsächlich mit beklemmender Unmittelbarkeit von der Verletzlichkeit und Verletztheit einer Seele. Sie schreit die Einsamkeit und die panische Suche nach menschlicher Nähe geradezu heraus.

Die Schwestern Katja und Marielle Labèque tun das ihre dazu, um diesen Eindruck zu verstärken. So offen, brutal und zugleich sensibel in den resignativen Zwischentönen wie auf ihrer jüngsten CD, ist Schuberts Verzweiflung selten ausgestellt worden. Sie machen deutlich, wie das Fugato am Schluss der Fantasie vergeblich versucht, die dämonischen Fratzen zu bannen, die strenge Form sich stattdessen fast manisch zur Raserei entfesselt und schließlich ins Bimmeln des Totenglöckleins treibt. Die Labèques lassen darauf Schuberts Andantino varié folgen, als verloren in sich kreisende Miniatur, die das pathetische Aufbegehren der Fantasie ins Zerbrechliche und Selbstvergessene überführt. Mozarts große D-Dur-Sonate für zwei Klaviere KV 448 wiederumschlicht sich verhalten virtuos in wunderbar trockener Transparenz an: Sie wird zum Satyrspiel nach der nachtschwarzen Schubertschen Tragödie. Die leisen, nachdenklichen Zwischentöne des Mittelsatzes klingen in solcher Stückabfolge wie das ferne Echo des vorangegangenen romantischen Gefühlsdesasters – obwohl sie doch eigentlich ein Vorgriff Mozarts auf Schuberts Empfinden sind.

Nur ein Mozart-Finale vermag derart himmlisch davon zu erzählen, dass das Leben zwar hoffnungslos, aber nicht ernst ist. Man braucht so etwas am Ende dieser großartigen, verstörenden CD.

Oswald Beaujean

http://www.zeit.de/2008/04/D-Aufmacher



------- ITALIANO -------

MUSICA - Premio 5 stelle
febbraio 2008

Delizioso. Fraseggio parlante, dinamiche cesellate con grazia, una sottile sensualità. Ma anche una rassegnazione appena scossa da repentini sussulti. L’avventura della nuova etichetta discografica delle sorelle Katia e Marielle Labèque continua con un CD dedicato a Schubert e Mozart. In primo piano l’umbratile Fantasia in Fa minore di Schubert e la frizzante Sonata per due pianoforti in Re maggiore di Mozart, con il grazioso Andantino varié schubertiano a fare da intermezzo. Immersa nella penombra ed inquieta la Fantasia di Schubert. Grazioso e delicatissimo l’Andantino, una piccola perla da salotto suonata tutta in punta di dita. Traboccante di vita la Sonata di Mozart. Alle radici di questa versatilità c’è un affiatamento raro, che diventa vera e propria complicità, in ogni frase e in ogni nota; si vedano le delizie sonore dell’Andantino varié, cesellato con grazia tutta femminile, come la naturalezza della Sonata di mozartiana, risolta sul piano di una cordialità vivace piuttosto che su quello - più scontato - del semplice virtuosismo. E il movimento centrale della Sonata è una capolavoro per l’eleganza con cui viene tratteggiato un fraseggio velato di lirismo. Altre sono le atmosfere della Fantasia in Fa minore di Schubert. In primo luogo il tema iniziale viene staccato a un tempo decisamente moderato e si dipana tra esitazioni e ripiegamenti, procedendo quasi a singulti, come immerso in un grigiore privo di canto e di malinconia. Questa interpretazione, tutta concentrata sui dettagli, lascia l’intero primo movimento avvolto in una penombra che nemmeno la ripetizione in Fa maggiore del tema principale sembra poter schiarire. Penombra suggestiva, come suggestivo è il tema di fuga, appesantito ed incupito. La stessa atmosfera plumbea - di rassegnazione più che di dramma - avvolge anche il Largo e lo Scherzo, robusto e scuro, e finisce inevitabilmente per soffocare anche l’ultimo movimento, di fatto una ricapitolazione variata del primo. Per un duo solitamente solare e pieno di energia questa duplice rinuncia al lirismo e alla tragedia è una scelta davvero insolita. Solo da apprezzare.

Luca Segalla


 

 


©KML Recordings 2008